Vereinschronik 90 Jahre - Aller Anfang kommt zuerst

Nach mündlichen Überlieferungen gab es schon um die Jahrhundertwende, wie in den meisten der umliegenden Ortschaften, auch in Langenalb eine kleine Kapelle, die zusammen mit Aushilfsmusikern aus der näheren Umgebung bei Vereinsfesten, bei der Kirchweih, bei Hochzeiten und sonstigen Feierlichkeiten auftrat. Wenige Jahre vor der Vereinsgründung gab es im Ort sogar zwei Kapellen, die bei den genannten Anlässen aufspielten, nämlich eine „Blechmusik“ und eine „Streichmusik“. Einige Namen der damaligen Musikanten sind schriftlich festgehalten und finden sich nach der Gründung des Musikvereins in den Reihen der Aktiven wieder. Die Blechmusik trat in folgender Besetzung auf: Adolf Burger, Trompete; Martin Faaß, Tenorhorn; Karl Göhring, Es-Horn; Johann Ruf, Baß. Über die Besetzung der Streichmusik sind keine vollständigen Unterlagen vorhanden, doch die Namen Heinrich Finter, Karl Geisert und Otto Herb liegen uns vor.

1921 – Die Gründung

Heinrich Finter, der sich schon mehrere Jahre musikalisch betätigte, hatte seit längerer Zeit das Ziel vor Augen, in Langenalb einen Musikverein zu gründen. Am 16. Juli 1921 ging sein Wunsch in Erfüllung, und er konnte mit 16 weiteren Gleichgesinnten den Musikverein aus der Taufe heben.

 

In der Gründungsversammlung wurden folgende Männer in die Vereinsleitung gewählt:

1. Vorstand Heinrich Finter, 2. Vorstand Karl Weidner, Schriftführer Karl Geisert, Kassier Wilhelm Bauer, Instrumentenwart Wilhelm Holl, Beisitzer Wilhelm Dietz und Christian Weber. Weitere Gründungsmitglieder waren: Friedrich Böhringer, Gustav Finter, Oskar Weber, Hermann, Geisert, Karl Weber, Gustav Bodamer, Christian Gegenheimer, Hermann Ruf, Gottfried Böhringer und Friedrich May.

 

Zur Beschaffung von preisgünstigen Instrumenten kam dem jungen Verein ein glücklicher Zufall zu Hilfe. In Ettlingen war die Kapelle des Reservelazaretts aufgelöst worden. Aus deren Nachlass konnten insgesamt 28 Instrumente für 3.600 Mark erworben werden. Diese Instrumente wurden von Heinrich Finter, er war ja Fuhrunternehmer und Holzhändler, mit dem Pferdefuhrwerk von Ettlingen nach Langenalb transportiert. In den ersten Monaten nach der Vereinsgründungwurden die Musikproben von Hauptlehrer Otto Leger abgehalten. Im November 1921 konnte Gustav Krause, ehemaliger Militärmusiker und Kapellmeister der Unteroffiziersschule Ettlingen, als Dirigent verpflichtet werden.

 

Unter seiner Leitung zeigten sich die ersten Erfolge bei der Kapelle, sei es bei innerörtlichen Veranstaltungen oder beim Besuch auswärtiger Feste. Eine kurzeitige Unterbrechung seiner Dirigententätigkeit in unserem Verein wurde von Christian Girrbach aus Schwann überbrückt, doch von 1926 bis zum Frühjahr 1936 stand unsere Kapelle wieder unter seiner bewährten Stabführung. Als Nachfolger stand Ernst Becht aus Birkenfeld zur Verfügung.

1936 – 15 Jahre Musikverein

Als bedeutendstes Ereignis des Musikvereins vor dem Krieg kann das Fest anlässlich des 15jährigen Bestehens im Sommer 1936 betrachtet werden. Zahlreiche Kapellen aus dem Albtal, aus dem Kreis Pforzheim und dem benachbarten Kreis Calw waren anwesend. Es wurde ein Wertungsspielen und beim großen Festumzug eine Marschmusikbewertung durchgeführt. 

 

Von 1938 an wurden unsere Musiker von der Ortsverwaltung auch als Feuerwehrkapelle eingesetzt und waren dadurch verpflichtet, auch bei politischen Veranstaltungen aufzutreten. Doch schon in den ersten Kriegsjahren kam die Vereinstätigkeit infolge der zahlreichen Einberufungen fast völlig zum Erliegen, und auch die Musikproben mussten eingestellt werden.

1947 – Nach dem Krieg

Nach dem Krieg, der auch vom Musikverein seine Opfer forderte, waren es noch elf Musiker, die sich im Herbst 1947 zusammenfanden, um den Verein wieder entstehen zu lassen. 

 

Durch eine Spendenaktion im Ort sowie durch Zuwendungen der Sägeindustrie im Holzbachtal wurde die finanzielle Grundlage geschaffen, um wieder einige Instrumente zu kaufen und die noch vorhandenen instandsetzen zu lassen. Mit vereinten Kräften ging es nun an die Aufbauarbeit.

 

Folgende Männer verdienen, hier genannt zu werden: Friedrich Böhringer, Karl Dressler, Eugen Faaß, Heinrich Finter, Wilhelm Geisert, Wilhelm Göhring, Karl Höhn, Karl Ruf, Gustav Weber, Karl Weber, Otto Weber, und Eugen Wiedmann.

 

Nach 27 Jahren Tätigkeit als 1. Vorstand übergab Heinrich Finter 1948 sein Amt an Nachfolger Wilhelm Geisert. Etwa zur selben Zeit konnte Alexander Sussmann für die musikalische Leitung der Kapelle gewonnen werden. Neben seiner Dirigententätigkeit übernahm er 1950 zusammen mit dem aktiven Musiker und Vizedirigenten Karl Höhn die Jugendausbildung. Durch diese erfolgreiche Schulung konnten 1953 zehn Jungmusiker in die aktive Kapelle übernommen werden.

1953 – Verspätetes Jubiläum

Mit zweijähriger Verspätung konnte der Verein im Juli 1953 sein 30-jähriges Jubiläum feiern. 17 Kapellen nahmen am Fest teil und beteiligten sich beim Freundschaftsspielen und am Festzug. Beim Festbankett konnte Verbandspräsident Friedrich Hohn aus Karlsruhe acht Musiker mit der goldenen und vier Musiker mit der silbernen Ehrennadel auszeichnen.

 

1955 übernahm Stefan Schäfer aus Ittersbach für kurze Zeit die Leitung der Kapelle. Sein Nachfolger wurde Karl Höhn bis zum Herbst 1957. Danach konnte Ernst Becht, der schon früher die Kapelle leitete, erneut als Dirigent verpflichtet werden.

 

Die älteren Musiker, die teils aus gesundheitlichen, teils aus Altersgründen ausschieden, konnten erfreulicherweise durch jüngere Kräfte ersetzt werden, eine zahlenmäßige Vergrößerung machte aber nur zögerliche Fortschritte. Bei der Generalversammlung am 10. April 1959 stellte unser bisheriger 1. Vorstand Wilhelm Geisert sein Amt zur Verfügung. Mit großer Mehrheit wurde Fritz Ruf zu seinem Nachfolger gewählt.

 

Nachdem im November 1962 der langjährige Dirigent Ernst Becht wegen Krankheit leider seine Tätigkeit bei uns aufgeben musste, übernahm unser Vizedirigent Wolfgang Kalbrunner vorübergehend die Leitung der Kapelle, um den Musikprobenbetrieb aufrecht erhalten zu können. Im März 1963 übernahm Waldemar Müller aus Neuenbürg die Stabführung.

1963 – Erster Kontakt zu Winnekendonk

Unser früherer aktiver Musiker Werner Funk, der beruflich am Niederrhein tätig war, stellte im Frühjahr 1963 die erste Verbindung zwischen dem Musikverein Langenalb und dem Musikverein Winnekendonk her. Beim 25-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Langenalb weilte der Musikverein Winnekendonk erstmals in Langenalb. Dabei wurden die ersten persönlichen Kontakte geknüpft, die sich zwischenzeitlich in gegenseitigen Besuchen zu einer dauernden Freundschaft entwickelten, die nun schon fast 50 Jahre Bestand hat. 

 

Am 19. November 1965 erfolgte vom Süddeutschen Rundfunk eine Aufzeichnung verschiedener Musiktitel. Diese Aufnahmen wurden am Ostersamstag 1966 in der beliebten Sendung „Mit Volksmusik ins Land hinaus“ mit Albert Hofele den Rundfunkhörern vorgestellt. Die Sendung war für Langenalb, besonders aber für den Musikverein unter der Leitung von Waldemar Müller, ein großer Erfolg.

1970 – Im Osten was Neues

Vom 30. Juli bis 2. August 1970 unternahm der Verein eine viertägige Fahrt in die damalige Tschechoslowakei mit Auftritten in Prag und Bad Podebrady. Für die meisten Teilnehmer war es die erste Reise in ein Ostblockland und für einen Musikverein doch recht außergewöhnlich, in jener Zeit einen Ausflug hinter den „Eisernen Vorhang“ zu unternehmen. Ein unvergessliches Erlebnis war für uns die Besichtigung der jahrhundertealten Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten, die Prag zu bieten hat. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der bekannten Bäderstadt für Herz- und Kreislauferkrankungen, Bad Podebrady, ca. 50 km östlich von Prag gelegen. Für unsere Kapelle war es eine Ehre, im Musikpavillon der Kuranlagen vor mehr als 1000 Gästen ein Kurkonzert geben zu dürfen.

1971 – 50 Jahre Musikverein Langenalb und die Schweizer kommen

Um beim bevorstehenden 50-jährigen Jubiläum eine attraktive Auslandskapelle präsentieren zu können, wurde versucht, mit einem Verein aus der Schweiz Verbindung aufzunehmen. Schriftführer Karl Heinz Weber konnte über seinen Berufskollegen Walter Stuible, dessen Mutter aus der Schweiz stammt, erste Kontakte zur Musikgesellschaft „La Cecilienne“ Le Landeron aufnehmen. Bei einem privaten Besuch in Langenalb wurde eine Teilnahme bei unserem Jubiläum zugesichert.

 

Das 50-jährige Vereinsjubiläum, in Verbindung mit dem Bezirksmusikfest, konnte vom 2. bis 5. Juli 1971 festlich begangen werden. Alle Vereine aus dem Albtal sowie mehrere befreundete Kapellen aus Nachbarbezirken nahmen an diesem Fest teil. Ein besonderes Ereignis war der Besuch der oben erwähnten Musikgesellschaft „La Cecilienne“ Le Landeron aus der Schweiz. Trotz enormer Verständigungsschwierigkeiten, in Le Landeron spricht man ja französisch, war dieses erste Zusammentreffen unserer beiden Kapellen der Beginn einer Freundschaft, die durch gegenseitige Besuche immer wieder gepflegt und weiter ausgebaut wird.

1972 – Beginn der Ära Kalbrunner

Bei der Generalversammlung am 8. Januar 1972 legte Fritz Ruf sein Amt als 1. Vorstand nieder. Mit großer Mehrheit wurde Wolfgang Kalbrunner zu seinem Nachfolger gewählt. Er hat dieses Amt 34 Jahre lang in vorbildlicher Weise geführt und den Verein in jeder Hinsicht würdig vertreten. Als Anerkennung wurde er am 14. Juli 1991 von Bürgermeister Willi Rutschmann mit der Landesehrennadel von Baden-Württemberg ausgezeichnet.

 

Im Oktober 1974 hat uns Waldemar Müller, erst mündlich und später in einem Schreiben, eröffnet dass er zur Generalversammlung im Januar  1975 seine Tätigkeit als musikalischer Leiter unserer Kapelle aus gesundheitlichen Gründen aufgeben werde. Für seine 12-jährige Dirigententätigkeit und seine Verdienste um unseren Verein wurde er zum Ehrendirigenten ernannt. Sein Nachfolger wurde Joachim Krejci aus Karlsruhe, der aber schon nach einem Jahr von Heinrich Stein aus Durlach abgelöst wurde.

 

Das Ortsjubiläum „800 Jahre Langenalb“ wurde mit einer Festwoche vom 20. bis 27. August 1978 gefeiert. Abschließend wurde von den örtlichen Vereinen das 1. Langenalber Straßenfest durchgeführt. Der Musikverein beteiligte sich mit einem Festzelt auf der Metter. Unter den anwesenden Vereinen war auch eine Gastkapelle aus dem Elsaß.

1981 – Bezirksmusikfest in Langenalb

Unter dem Motto „Bezirksmusikfest Albtal 60 Jahre Musikverein Langenalb“, wurde vom 3. bis 6. Juli 1981 wieder eine mehrtägige Großveranstaltung der Blasmusik in Langenalb durchgeführt. Sämtliche Vereine des Bezirks Albtal waren anwesend, außerdem nahmen noch einige Kapellen vom Enzkreis so wie unsere Freunde der Musikgesellschaft „La Cecilienne“ Le Landeron teil. Den Verantwortlichen konnte eine gute Organisation bescheinigt werden, was sich in einem reibungslosen Festablauf zeigte. Die größtenteils beachtlichen Leistungen der teilnehmenden Kapellen haben wesentlich zum insgesamt positiven Ergebnis des Festes beigetragen.

5 Jahre Steinzeit – 10 Jahre Kaiserzeit

Nach über fünf Jahren erfolgreicher Arbeit legte Heinrich Stein im Dezember 1981 sein Dirigentenamt nieder. Als sein Nachfolger konnte Gernot Kaiser aus Karlsruhe gewonnen werden. Neue Wege wurden ab Anfang der 80er Jahre in der Jugendarbeit beschritten. Jugendleiter Karlheinz Pfeiffer setzte sich dafür ein, die Ausbildung der Jugend nur qualifizierten Lehrkräften zu übertragen. Der Erfolg stellte sich nach wenigen Jahren ein und schon im November 1983 konnten 10 Jungmusikerinnen und Jungmusiker in die Kapelle eingegliedert werden. Erstmals in der Vereinsgeschichte hat damit unsere Blaskapelle zahlenmäßig die Stärke von 40 Aktiven erreicht. 

 

Aufgrund einer Einladung vom Volkstheater s'Bredl in München organisierte Gernot Kaiser vom 25. bis 26. April 1987 eine Fahrt nach München mit Stadtrundfahrt, Besichtigung der interessantesten Sehenswürdigkeiten und abends Konzert im s’Bredl-Theater. Anschließend konnten wir die Aufführung des humorvollen Volksstückes „Kommt ein Vogel geflogen“ miterleben. In der Pause und nach dem Theaterstück folgten weitere Musikvorträge unserer Kapelle mit anschließender Tanzmusik der „Dorfmusikanten“. Am Sonntagvormittag umrahmten wir die Messe in der St.-Joachims-Kirche. Abschließend wurde noch das Bavaria Filmgelände besucht, bevor man am späten Nachmittag die Rückreise antrat.

 

Im November 1991 beendete Gernot Kaiser seine Dirigententätigkeit in Langenalb. Martin Fuchs aus Dietlingen wurde sein Nachfolger. Die Verabschiedung erfolgte beim Frühjahrskonzert am 25. April 1992. Der erste Teil des Konzerts wurde von Gernot Kaiser geleitet, der 2. Teil nach Übergabe des Taktstocks, von Martin Fuchs. Als Dank für seine Leistungen und als Anerkennung seiner Verdienste um unseren Verein wurde Gernot Kaiser zum Ehrendirigenten ernannt.

1991 – Neue Wege in der Jugendarbeit

Ende 1991 übernahm Martina Murr-Weiss als Nachfolgerin von Tanja Kalbrunner das Amt der Jugendleiterin. Mit einem außergewöhnlichen Engagement und der Mithilfe einiger Aktiver startete sie eine groß angelegte Jugendwerbung. In der Organisation und der Art der Ausbildung wurden neue Wege gegangen, die der Jugendab- teilung großen Erfolg bescherten. Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an Martina Murr-Weiss für ihren aufopferungsvollen Einsatz und an die, die sie bei ihrer Arbeit unterstützen.

 

Im Januar 1993 wurden von unserer Kapelle erstmals Aufnahmen zur Erstellung einer Musikkassette gemacht. Das Ergebnis konnte sich hören lassen, die Kassette wurde in der Zwischenzeit schon in großer Stückzahl verkauft.

1994 – Die Neue Welt

Vom 1. bis 11. April 1994 wurde die seit längerer Zeit geplante Reise nach Amerika durchgeführt. Nach 9 Stunden Flugzeit kamen die 63 Reiseteilnehmer vom kalten Mitteleuropa in Orlando im sonnigen Florida an. Ein umfangreiches Programm erwartete die Reisegruppe, vollgestopft mit Auftritten, Besichtigungen, Rundfahrten usw. Fast erdrückend die Vielzahl der neuen Eindrücke. Nur einige der faszinierendsten Sehenswürdigkeiten sollen hier genannt werden: „Cap Canaveral“ mit Rundfahrt über das Space-Gelände, „Disney World“, „Universal Filmstudios“, „Epcot Center“, „Bush Gardens“. Auch der Badespaß sollte nicht zu kurz kommen, und am Golf von Mexiko konnte man so richtig das Strandleben genießen. Einige Aktivitäten der Kapelle sollen ebenfalls erwähnt werden: Platzkonzert in der Innenstadt von Orlando, musikalischer Auftritt bei einer „Pool-Party“, Stimmungsund Unterhaltungsmusik im „Old Heidelberg Castle“ sowie Mitwirkung bei der Parade in St. Petersburg, die auch vom amerikanischen Fernsehen übertragen wurde. All zu schnell vergingen die unbeschreiblich schönen Tage. Übereinstimmend wird von den Teilnehmern bestätigt, es war ein unvergessliches Erlebnis, und diese Reise wird als Meilenstein in die Geschichte des Musikvereins eingehen. Ein besonderer Dank gilt unserem Musikervorstand Karlheinz Pfeiffer, der die Idee zu dieser Reise hatte, sowie Martina Murr-Weiss und Lothar Weber, die ihm bei der Organisation tatkräftig zur Seite standen. Bei den 2. Karlsruher Blasmusiktagen im Mai 1994 konnte unser Verein beim Wertungsspielen in der Mittelstufe mit dem Pflichtstück „Allegro festivo“ von Bruchmann und dem Selbstwahlstück „Hava Nagila“ von Ernst Majo einen 1. Rang mit Belobigung erzielen. Diese Wertung stellt für den Dirigenten sowie für die Kapelle ein ausgezeichnetes Ergebnis dar, worauf der Verein stolz sein darf.

 

Aus beruflichen Gründen war Martin Fuchs im Frühjahr 1995 leider gezwungen, sein Amt als musikalischer Leiter unseres Vereins niederzulegen. Er kann auf eine zwar kurze aber sehr erfolgreiche Zeit bei uns zurückblicken. Wir hatten in ihm einen außergewöhnlich kooperativen und sehr menschlich agierenden Dirigenten. Nun waren wir gezwungen, möglichst schnell einen Nachfolger zu finden. Nach Probedirigaten einiger Bewerber waren sich Kapelle und Verwaltung einig, mit Jürgen Hübner Verhandlungen aufzunehmen. Jedoch erst nach längeren Gesprächen ist es unserem Musikervorstand Karlheinz Pfeiffer gelungen, Jürgen Hübner dafür zu gewinnen, die Leitung unserer Kapelle zu übernehmen. In der Zwischenzeit hat sich bestätigt, dass wir die richtige Wahl getroffen haben, und wir geben der Hoffnung Ausdruck dass die gute Zusammenarbeit möglichst viele Jahre Bestand haben möge.

1996 – Bezirksmusikfest, die Dritte

Dieses Jahr stand ganz im Zeichen des 75. Jubiläums unseres Vereins. Mit dem Jubiläumsabend am 11. Mai wurden die Feierlichkeiten eröffnet. Festredner aus Politik und Musik beglückwünschten den Verein zum 75. Geburtstag. Wie gut Alt und Jung in Langenalb harmonieren wurde mit dem abschließenden Medley „Lieder, die wie Brücken sind“ deutlich, bei dem die Jugendkapelle sang und vom Orchester des Musikvereins begleitet wurde.  

 

Das Bezirksmusikfest vom 5. bis 8. Juli 1996 begann mit einem volkstümlichen Abend und dem „Original Grenzland-Sextett“ am Freitagabend. Das Publikum im vollbesetzten Festzelt war begeistert und tanzte auf Bänken und Tischen.

 

Der Auftakt am Samstag stand ganz im Zeichen der Jugend und unter dem Motto „Spiel ohne Grenzen“, an dem sich die Jugendkapellen aus Ittersbach, Spielberg, Le Landeron (Schweiz), Feldrennach, Bad Herrenalb, Pfaffenrot und unsere Jugendkapelle beteiligten. Ob beim Sackhüpfen, Stelzenlaufen, Mohrenkopfwerfen auf die eigenen Jugendleiter oder beim Skilaufen, die Freude kannte wirklich keine Grenzen. Nach fairem Wettstreit gingen die Gäste aus Le Landeron als Sieger hervor und durften von Karlheinz Pfeiffer und Jugendleiterin Martina Murr-Weiss den größten Pokal entgegennehmen. Für den Abschluss dieses bestens gelungenen Jugendnachmittags sorgte unsere Jugendkapelle unter Leitung von Karlheinz Pfeiffer. Den internationalen Abend eröffneten unsere Freunde der Musikgesellschaft „La Cecilienne“ aus Le Landeron, die mit ihrem Gastspiel unsere bereits 25 Jahre dauernde Freundschaft stärkten. Weiter im Programm ging es mit der „Harmonie Municipale de Sarrebourg“ aus Frankreich. Als Vertreter Deutschlands präsentierte sich dann der Musikverein „Frohsinn“ Spessart mit Jürgen Hübner am Stab. Sinnigerweise setzte man mit der „Albtalpolka“ einen gelungenen Schlußpunkt. Höhepunkt des dritten Tages war der traditionelle Umzug, der pünktlich um 13.30 Uhr bei herrlichem Wetter starten konnte.

 

Als die letzte der 24 Gruppen das Festzelt erreichte, platze dieses fast aus allen Nähten. Schnell hatte man vor und neben dem Zelt Bänke und Tische aufgestellt um allen Platz zu bieten. Höhepunkt und Abschluss der Feierlichkeiten zum 75. Geburtstag war der 17. Langenalber Heimatabend. Das dreistündige Nonstop-Programm ließ keine Wünsche offen.

 

Frauenchor, Chorgemeinschaft und Fußballverein gaben ihr Bestes. Die Jugend des Musikvereins zeigte Eindrücke von ihrem England-Trip und die Musikerfrauen tanzten zu „Kaptn Jack“. Eine weitere und letzte Steigerung gab es mit der Reise des Musikvereins von 1921 bis 1996, als man ein wahres Feuerwerk an Gags und Klamauk zündete mit den Reisen nach Prag, Schweiz, München und Florida. Als Vorstand Wolfgang Kalbrunner schließlich zum Finale bat, kannte die Begeisterung der Besucher keine Grenzen mehr.

1997 – Zeltfest erstmals in der Halle

Im April beim Frühjahrskonzert des Musikvereins dachte sicher noch niemand (außer dem Dirigenten), dass dies das letzte seiner Art gewesen war. Neben dieser Tatsache wird jedoch allen Musikern die Einleitung zu „Morgens um Sieben“ und die Brille des Schriftführers in Erinnerung bleiben. Ende Mai machte der Verein einen Tagesausflug auf die Insel Mainau im Bodensee  und jeder Mitgereiste konnte einen herrlichen Tag verleben. Im Juni nahmen wir beim historischen Umzug „700 Jahre Conweiler“ teil. Das Musikfest fand im Juli erstmals in der Festhalle statt. Zum Bayrischen Abend am Festsamstag spielten unsere Freunde der Schützenkapelle Wallenhausen auf und brachten so das Publikum zum Schunkeln und Anstoßen, was den Verkauf an Bier, vor allem an Weizenbier, in die Höhe trieb.

1998 – Frühjahrskonzert mutiert zum Jahres( Stuhl-)konzert

Karl Heinz Weber, Schriftführer und Autor der Vereinschronik bis 1996, gab in der Generalversammlung die Feder an Simone Kalbrunner weiter. 42 Jahre lang hatte er alles über den Verein niedergeschrieben, berichtet und veröffentlicht. Ebenso gab Karlheinz Pfeiffer sein Amt als Musikervorstand an seinen Nachfolger ab. In den 12 Jahren zeichnete er unter anderem verantwortlich für die Reise nach Florida, die Aufnahme einer Musikkassette, die Bildung einer großen Jugendkapelle gemeinsam mit Jugendleiterin Martina Murr-Weiss und nicht zuletzt die Verpflichtung des jetzigen Dirigenten Jürgen Hübner. Martina Weiss, die 1991 ihre Arbeit begonnen und in beispielloser Weise durchgeführt hatte, gab ihr Zepter an Manuela Weber weiter.

 

Anfang Juni starteten wir mit Kind und Kegel zum Musikfest nach Wallenhausen, wo die befreundete Schützenkapelle ihr 40-jähriges Bestehen feierte. Der Sektempfang und ein längerer Abend steckte nicht nur den Musikern am nächsten Morgen in den Gliedern, als es um 9 Uhr hieß: Gottesdienst in der Kirche und anschließend mit Marschmusik zum Festzelt. Ein gelungenes Frühschoppenkonzert und ein paar gemeinsame Stunden mit unseren Freunden aus Wallenhausen bleiben Jedem in bester Erinnerung.

 

Das Jahreskonzert wurde 1998 erstmals als Doppelkonzert und mit Konzertbestuhlung durchgeführt. Unter Leitung von Verbandsdirigent Thorsten Reinau übernahm das Orchester des Musikverein Malsch den zweiten Konzertteil. Eine gut gefüllte Fest(Konzert-)halle und tobender Applaus zeigten,  dass wir auf dem richtigen Weg sind.

1999 – Ein heißer Sommer

Der Sommer 1999 war geprägt von zwei überaus heißen Wochenenden. Nach drei Stunden Musik im Saunazelt von Gräfenhausen wechselten wir nur den Ort (Feldrennach) nicht die Temperaturen. Einen Sonntag später schien es beim Bezirksmusikfest in Burbach und dem anschließenden Konzert in Malsch unter 27 Sonnenschirmen noch einmal ein paar Grad heißer geworden zu sein. 

 

Im Oktober konnte der Verein als Veranstalter eines Wohltätigkeitskonzertes zugunsten des Seniorentreffs Straubenhardt die Hoch- und Deutschmeister Wien K.u.K. Infanterie-Regiment 4 gewinnen. Das Orchester konnte mit Marschmusik in eine ausverkaufte Festhalle einziehen und bot ein imposantes Konzert mit zahllosen Wiener Melodien, ehe es sich mit dem Deutschmeister Regimentsmarsch und zahlreichen Zugaben von einem begeisterten Publikum verabschieden durfte. 

 

Beim Jahreskonzert des Musikvereins im Dezember konnte das Orchester beweisen, dass man unter der konsequenten und qualifizierten Arbeit des Dirigenten das Leistungsniveau stetig gesteigert hat. Tempo- oder Tonartwechsel, sinfonisch oder modern, solistisch oder orchestral, alles wurde mit beeindruckender Leichtigkeit und Exaktheit dargeboten. Einmal mehr ein großer Erfolg, auf dem sich aufbauen lässt.

2000 – Zwei Musikvereine heiraten

Unser Ziel im Juni war wieder einmal Wallenhausen. Unsere frühere Musikerin Tanja Bürck (jetzt Hupfauer) heiratete den Wallenhausener Erwin. Bei der ersten Hochzeit zwischen Langenalb und Wallenhausen durften wir natürlich nicht fehlen. 

 

Verstärkt wurden in diesem Jahr die Auftritte außerhalb der üblichen Sommerfeste bei Musikvereinen. So wurden wir unter anderem engagiert für das Seehaus Pforzheim, Teppichland Holzbachtal, Wohnstudio Farr in Nöttingen und das Oktoberfest von Michelbräu in Ittersbach. Jährlich wird es mehr und besser, so kann man das Konzert 2000 auf den Punkt bringen. Mehr, was das Publikum betrifft, denn es ist festzustellen, dass jedes Jahr mehr Zuhörer als im Vorjahr in die Festhalle kommen. Besser, was die Qualität des Orchester angeht, denn wiederum konnten wir uns steigern. Ein rundum gelungenes Programm, zu dem zweifellos auch die Moderation von Li Trötschel beitrug, und eine ebenso begeistertes Publikum bestätigen den Verantwortlichen: weiter so!

2001 – Musikfest in neuem Gewand: Eine Reihe wird geboren

Konzert und Fest vertragen sich sehr wohl – dies ist die Erkenntnis aus den Musiktagen Langenalb 2001: „Da schau her! Oder besser: Da hör her! Sage niemand, auf dem Land gäb’s keine hochkarätigen Kulturschmankerln zu kosten...“ so beginnt der überregional bekannte Kulturkritiker Sebastian Giebenrath seine ‚Kritik’ über ein in Straubenhardt bisher einmaliges Konzertereignis. Das Musikfest trägt seit seither den Namen „Musiktage Langenalb“ und hatte mit dem „Academia Brass Quintet“ einen Auftakt allerhöchster musikalischer Güte. Und wer sich mit den ‚Stars’ unterhalten oder gar mit ihnen anstoßen wollte, hatte im Anschluss dazu Gelegenheit. Es war einfach ein rundum gelungener Abend und jeder Amateurmusiker war froh, dass er zumindest beim Pils mit den fünf Ungarn mithalten konnte.

 

Die Hauptdarsteller der erfolgreichen Reihe waren bisher:

2001 - „Academia Brass Quintett“ aus Budapest

2002 - „Stuttgarter Dixieland All Stars“

2003 - Georg Weyerer und seine Big Band „Top C“

2004 - „Nottinghamshire Police Band“

2005 - „Badisches Blechbläser Ensemble“

2006 - „Dampfhammer Jazzband“ u. „Hot 4 Jazz“

2007 - „Burr & Klaiber“

2008 - Blaskapelle „Gloria“

2009 - Big Band der Musikhochschule Stuttgart

2010 - Bernd Kohlhepp alias „Hämmerle and the Toepelmans“

2011 - Böhmische Musik Karlsbad

2012 - Wilfried Rösch und seine Böhmischen Freunde

2013 - Lu Thome und Werner Puschner

2014 - Wilfried Rösch und seine Böhmischen Freunde

2015 - Stuttgarter Saloniker

 

 

Weitere markante Punkte im neuen Jahrtausend - Tolles, Trauriges und Besonderes

2001 - Besuch unserer Musikfreunde in Winnekendonk

 

2002 - Im Bereich der Jugendleitung erfolgte ein Wechsel. Einstimmig wurden Isabel Murr, Tanja Kynast und Tanja Kalbrunner-Gaida gewählt.

 

2003 - wurde nach den Musiktagen in der Nach die komplette Tonanlage aus der Festhalle gestohlen.

Im Sommer übernimmt Martina Murr-Weiss den Part von Tanja Kynast in der Jugendleitung.

Im Oktober führte und der Vereinsausflug nach Füssen mit Besuch des Musical "Ludwig II - Sehnsucht nach dem Paradies".

Die Backstage Tour am nächsten Tag war sehr interessant. Natürlich wurden auch die bekannte "Wieskirche" , das "Kloster Ettal" sowie "Schloss Linderhof" besichtigt.

Beim Jahreskonzert am 29. November wirkte Georg Weyerer höchstpersönlich und freiwillig mit - hatten die vereinseigenen Holzfäller Stephan und Heiko ihm doch in diesem Jahr diverse Bäume niedergestreckt.

 

2004 - Zum Tag der Arbeit waren wir Gäste unserer Freunde der Schützenkapelle Wallenhausen.

 

 

 

2006 - Ende der Ära Wolfgang Kalbrunner

In der Generalversammlung am 9. März 2006 trat nach 34 Jahren einzigartiger Arbeit Wolfgang Kalbrunner als 1. Vorstand zurück. Er wurde am gleichen Abend zum "Ehrenvorstand" ernannt und konnte seinen Nachfolgern Lothar Weber (1. Vorstand) und Karlheinz Pfeiffer (2. Vorstand) nur noch viel Glück und Erfolg für die Zukunft wünschen.

Am 3. September des gleichen Jahres verstarb Ehrenvorstand Wolfgang Kalbrunner nach schwerer Krankheit.

Ereignisse 2008 - 2010

2008 bis 2010

 

2008 - vom 29. Februar bis 2. März hatten die Musikerinnen und Musiker jede Menge Spaß beim Probewochenende in Reichertshausen.

 

2009 - Am Tag der Deutschen Einheit heiratet unser Musiker Heiko Duss seine Anja. Für viele unserer jungen Musiker war die eine neue Erfahrung: Marschmusik; dabei folgte uns das Hochzeitspaar gar im Fuhrwerk.

 

2010  - Einbruch ins Vereinszimmer.

In der Generalversammlung übergab Kassier Ralf Jäck sein Amt an Jasmin Pfeiffer, bleibt aber als Beisitzer der Verwaltung erhalten.

Am 2. Oktober 2010 verloren wir unseren langjährigen Musiker und "Orginal" Heinz Weber, genannt "Stromer".

Im Konzert am 27. November wurde "Ehrenschriftführer" Karl Heinz Weber mit der diamantenen Ehrennadel und dem Ehrenbrief des Bundes Deutscher Blasmusik ausgezeichnet.

2011 - Bezirksmusikfest - die Vierte / Abschied von Dirigent Jürgen Hübner

Anlässlich des Jubiläums fan im März das erste Jugendbezirksmusikfest im Bezirk Albtal statt. Sämtlich Jugendkapellen des Bezirks machten an diesem Wochenende ihre Aufwartung in Langenalb

Vom 13. bis 15. Mai fand das Bezirksmusikfest und der Festhalle Langenalb statt. Das Festbankett am Freitag war der Auftakt zu den 3tägigen Feierlichkeiten. Am Samstag gaben unsere langjährigen Musikfreunde aus Winnekendonk ein Konzert. Zum Abschluss des abends spielte die "Böhmische Blasmusik Karlsbad". Sonntags gaben sich natürlich alle Vereine des Bezirks Albtag ein "Stell-Dich-ein" in der Festhalle Langenalb.

Am 2. und 3. Juli besuchten wir unsere Musikfreunde in Winnekendonk.

Beim Konzert am 26. November verabschiedeten wir unseren langjährigen Dirigenten Jürgen Hübner. Den ersten Teil des Konzertes übernahm anlässlich des Jubiläumsjahres unsere Patenkapelle der Musikverein "Edelweiß" Pfaffenrot.

Zum könenden Abschluss des Jubiläumsjahres fand die erste und einzigartige Weihnachtsparade in Langenalb statt. Organisatorin Martina Murr-Weiss hatte einen gigantischen Weihnachtsumzug auf die Beine gestellt. Der Besucheransturm übertraf alle Erwartungen.

2012 - Dirigent Thomas Althön

Ab 26. März 2012 übernahm Thomas Althön die musikalische Leitung des Vereins. Man hatte einen jungen dynamischen Musiker als Nachfolger des langjährigen Dirigenten Jürgen Hübner gefunden. Die so hoffnungsvoll begonnene Arbeit ging leider schon noch knapp 2 Jahren zu Ende. Durch die Auflösung des Luftwaffenmusikkorps in Karlsruhe wurde Herr Althön nach Berlin versetzt und musste seine Dirigententätigkeit in Langenalb beenden

2014 - 1.Vorstand Lothar Weber übergibt sein Amt an Karlheinz Pfeiffer

Nach 8 Jahren als 1. Vorsitzender des Musikvereins übergibt Lothar Weber sein Amt an Karlheinz Pfeiffer der in der Generalversammlung durch die anwesenden Mitglieder einstimmig gewählt wird. Dem neuen 1. Vorstand blieb es dann vorbehalten das jahrzehnte lange Wirken von Lothar Weber zu würdigen. Angefangen vom Notenwart über Beisitzer, 2. Kassier, 2. Vorstand und zuletzt 8 Jahre als 1. Vorstand hat Lothar Weber den Verein entscheidend mitgeprägt. Unter dem Applaus der Anwesenden überreichte Karlheinz Pfeiffer ein Geschenk und als besondere Zugaben einen "Gesundheitskorb". Sichtlich gerührt dankte der Geehrte und versprach, dass er auch weiterhin mit Rat und Tat dem Verein zur Seite stehen werde.

In das Amt des 2. Vorstandes wurde die langjährige Musikerin, Jugendmusikdirigentin und Beisitzerin Martina Murr-Weiss einstimmig von den anwesenden Mitgliedern gewählt.

Neuer Dirigent Thorsten Reinau

Am Montag, den 08.09.2014 absolvierten wir unsere erste Probe mit dem neu gewonnen Dirigenten Thorsten Reinau. Die lange Zeit der Vakanz ging zu Ende, welche Karlheinz Pfeiffer mit unglaublichem Einsatz und Freude überbrückte.